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Hochwasser

Stadt Ochsenhausen
 
Ochsenhausen wappnet sich gegen künftige Überschwemmungen

Fast genau auf den Tag ein Jahr ist es her, als es in Ochsenhausen Land unter hieß. Nachdem bereits ein Starkregen am damaligen letzten Maisonntag für starke Überschwemmungen gesorgt hatte, wurde die Rottumstadt nur knapp vier Wochen später erneut von einem schweren Unwetter getroffen. Die komplette Innenstadt rund um Marktplatz und Rathaus stand am Abend des 24. Juni unter Wasser, als innerhalb nur einer Stunde rund 90 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren.

Eine Hochwassermarke an der Westseite des Rathauses erinnert seit einigen Tagen an die Naturkatastrophe. Eine ähnlich verheerende Überschwemmung hatte es in Ochsenhausen vorher zuletzt 1926 gegeben. Auch davon zeugt eine Marke am Rathaus. Sie belegt zugleich, dass das Wasser seinerzeit noch 30 Zentimeter höher stand als im Vorjahr. Doch auch sonst ist die Stadt Ochsenhausen in der Zwischenzeit nicht untätig geblieben. „Wir haben innerhalb des letzten Jahres eine ganze Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, um uns gegen künftige Überschwemmungen zu wappnen“, stellt Bürgermeister Andreas Denzel fest. So habe die Verwaltung ein internes Katastrophenkonzept mit einer Fachsoftware installiert. Starkregenkarten seien erstellt und gemeinsam mit der Stadt Biberach und den Gemeinden Maselheim und Mietingen ein hydrologisches Flussgebietsmodell für das Einzugsgebiet von Dürnach und Saubach in Auftrag gegeben worden. Doch auch bauliche Maßnahmen seien geplant und teilweise schon umgesetzt worden. „Bereits Ende des letzten Jahres hat die Dürnach in Mittelbuch ein neues und leistungsfähigeres Einlaufbauwerk erhalten.“ Ähnliches sei beim Eichelbach in Reinstetten geplant. In Ochsenhausen sei die durch das Hochwasser zerstörte Lerchenstraße wieder hergestellt worden. Zusätzlich entstünden dort neben der Straße noch Kaskaden, die eine kontrollierte Wasserableitung ermöglichten. Das koste allein rund 350.000 Euro, so dass die Stadt dieses Vorhaben ohne Zuschüsse nicht stemmen könne. Das gleiche gelte für das in Reinstetten oberhalb der Hürbler Straße geplante Starkniederschlagsbecken, für das rund 650.000 Euro veranschlagt seien.

Ferner wurden an einer ganzen Reihe von städtischen Gebäuden bauliche Veränderungen durchgeführt, um künftig Überschwemmungen zu vermeiden. „Das Außengebietswasser, das unser Gymnasium bedroht, wird künftig mit Hilfe einer Mauer auf den benachbarten Schulsportplatz umgeleitet“, nennt Bürgermeister Andreas Denzel ein Beispiel. Am städtischen Gymnasium waren seinerzeit die größten Schäden entstanden. Nachdem dort das gesamte Untergeschoss überschwemmt worden war, mussten die Schulräume teilweise auf den Rohbauzustand zurückgebaut werden. Die Schäden an den Feldwegen und den Abwasserkanälen seien ebenfalls zum größten Teil beseitigt, doch gibt es auch hier noch zu tun. „In Reinstetten sind wir gerade dabei, zwei vom Hochwasser zerstörte Durchlässe im Wald zu erneuern.“ Dies koste allein 200.000 Euro. Ebenfalls grünes Licht habe der Gemeinderat mittlerweile für den Neubau der weggespülten Brücke über die Dürnach bei Wennedach gegeben.

Aber auch die Bürger sieht Denzel in der Pflicht, sich selbst zu schützen. Bei drei Informationsveranstaltungen seien Möglichkeiten aufgezeigt worden, wie Gebäudeschäden verhindert werden könnten. „Oft reichen schon einfache bauliche Maßnahmen aus, um Kellerüberflutungen oder einen Rückstau durch die Kanalisation zu verhindern“, so Denzel. Ebenfalls einen Beitrag zur Selbsthilfe leistet der Abrollcontainer mit Sandsäcken, der bei der Ochsenhauser Stützpunktfeuerwehr für künftige Katastrophenfälle bereitsteht. Eine absolute Sicherheit gegen solche Naturereignisse werde es aber nie geben können, stellt Bürgermeister Denzel abschließend fest. „Umso mehr sind wir aufgefordert, alles in unseren Kräften stehende dafür zu tun, damit sich derartige Katastrophen in diesem Ausmaß nicht mehr wiederholen.“

Eine Hochwassermarke am Ochsenhauser Rathaus erinnert an die Überschwemmung vom letzten Jahr. Die Anbringung der Marke war vom früheren Bauhofleiter Helmut Pfaller angeregt worden.

Foto: Stadt Ochsenhausen